10.12.2018
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Belüftungsgeräte

Von links nach rechts: Be- und Entlüftungsgerät, elektrischer Turbolüfter, benzingetriebener Überdrucklüfter und wassergetriebener Überdrucklüfter.

Ein Überdrucklüfter ist ein feuerwehrtechnisches Gerät, das eingesetzt wird, um verqualmte Räume oder Häuser rauchfrei zu machen oder zu halten.
Ein Druckbelüfter ähnelt im Prinzip einem überdimensionalen Ventilator, der entweder durch einen Benzin- oder Elektromotor oder durch Wasserantrieb in Bewegung gesetzt wird.

Lüfter zur Überdruckbelüftung sind nicht zu verwechseln mit sogenannten Turbo- oder Injektorlüftern, die nach dem Injektorprinzip als reine Strömungsmaschinen arbeiten. Turbolüfter sind oft sehr kompakt und unterscheiden sich von Überdrucklüftern anhand ihrer Propellerform und der Anzahl der Propellerblätter (kleine, Turbinenartige Propeller, oft mit 12 bis 14 Blättern, im Gegensatz zum Überdrucklüfter, der mit weniger und längeren Propellerblättern arbeitet ).

Die Druckbelüfter können aber auch im Zuge einer taktischen Ventilation zur Abwehr eines Flash Over oder eines Backdraft verwendet werden und sind so ein wesentlicher Bestandteil der modernen Brandbekämpfung. Eingeführt wurde die Druckbelüftung in den USA, da es aufgrund der dortigen Bauordnung im Brandfalle oft zu sogenannten Flashover und Backdrafts kam. Durch den erzeugten Überdruck und die mitgesaugte Luft wird der Brandrauch ins Freie gedrückt, wodurch eine Rauchdurchzündung verhindert wird. Der Druck muss allerdings stark genug sein, um nicht einen gegenteiligen Effekt zu erzielen. Vorteile für die Einsatzkräfte sind hierbei vor allem die bessere Sicht im Gebäude und rauchfreie Bereiche, über die eine Menschenrettung besser durchführbar ist. Ebenfalls positiv wirkt sich die geringere Hitzebelastung aus, was die Einsatzzeiten sowie das persönliche Wohlbefinden merklich steigert.

Trotz der vielen Vorteile im Brandeinsatz, kann die Druckbelüftung bei nicht fachgerechter Anwendung auch großen Schaden verursachen. So wird bei falscher oder mangelhafter Kanalisierung des Luftstromes der Brandrauch im ganzen Gebäude verteilt. Weiter kann durch die zugeführte Luft die Brandausbreitung auch unterstützt werden, wenn beispielsweise Funkenflug in gebäudeinternen Klimaanlagen entsteht. Nicht zu vernachlässigen ist die Verletzungs- und Verschmutzungsgefahr durch aufgewirbelte Gegenstände.

Der Druckbelüfter belüftet das Gebäude mit frischer Luft. Dabei besteht die Gefahr, dass ein schwelendes Feuer durch die neue Sauerstoffzufuhr wieder angefacht wird. Allerdings fördert der Belüfter auch den Abzug gefährlicher (weil brennbarer) Gase, wie Kohlenstoffmonoxid, ist also auch während des Einsatzes zur Unterstützung vorgehender Trupps einsetzbar.

Ein Nachteil bei benzinbetriebenen Druckbelüftern ist die hohe Lautstärke des Gerätes. Eine Kommunikation direkt neben dem Gerät, welches meistens vor der Einstiegsöffnung zum Gebäude platziert wird, ist nicht oder nur sehr schlecht möglich.