11.12.2018
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Gewitter - gefährlich und faszinierend

Richtige Haltung - zusammengekauert hinhocken, die Beine zusammenhalten. Quelle: www.ruv.de

Sie suchen Schutz unter einem Baum, wenn Sie draußen von einem Gewitter überrascht werden? Tun Sie es bloß nicht! Warum es sicherer ist, sich zusammengekauert auf trockenen Boden zu hocken, und was genau sich bei Blitz und Donner abspielt, erfahren Sie hier bei uns.

Den einen gruselt's, der andere staunt fasziniert: Blitz und Donner gehören zu den beeindruckendsten Wetterphänomenen. Sie können als Wärmegewitter ein Abkühlung bringen oder als Frontgewitter einen Wetterwechsel einleiten und dabei oftmals heftige Unwetter mit sich bringen

Der Blitz: Spannungen von 20 bis 30 Millionen Volt

Ausgangspunkt eines Gewitters ist vom Boden aufsteigende Warmluft, die sich in der Höhe abkühlt und so zu Wolkenbildung führt. In den typischen Gewitterwolken kommt es dann zu unterschiedlichen elektrischen Ladungen, die sich meistens in Wolkenblitzen ausgleichen. Beim so genannten Erdblitz gleichen sich die Ladungen zwischen tief liegenden Wolken und dem Boden aus. Dabei baut sich über eine Reihe von Vorentladungen zunächst ein elektrisch leitender Blitzkanal auf. Der stößt auf einen zweiten Kanal von der Erde her, was zur Hauptentladung führt, dem hell aufleuchtenden Blitz. Er besteht in mehreren kurzen Stößen und wird in unseren Breiten ein bis drei Kilometer lang. Das Leuchten „erfasst“ über den Blitzkanal hinaus auch die Umgebung und dauert im Höchstfall einige Sekunden. Die Spannungen erreichen in diesem Moment 20 bis 30 Millionen Volt bei Stromstärken von 20 000 Ampere.

Was ist der Donner?

Der Donner entsteht durch die explosionsartige Ausdehnung der Luft im Blitzkanal, wo die Temperaturen auf 5000 bis 10 000 Grad Celsius ansteigen können. In unmittelbarer Nähe erscheint er als lauter, knallartiger Schlag, aus der Ferne als Rollen oder Grollen. Aus der Laufzeit des Schalls von 350 m/s lässt sich auch die Entfernung eines Blitzes grob errechnen. Teilt man die Sekunden zwischen dem Blitz und der Wahrnehmung des Donnergeräusches durch drei, ergibt sich die ungefähre Entfernung des Blitzes in Kilometern.

Weltweit ständig 2000 Gewitter

Statistisch gesehen gibt es weltweit in jedem Augenblick 2000 Gewitter. Die höchste Gewitterdichte herrscht in den Tropen: Auf der indonesischen Insel Java sind 322 Gewittertage jährlich das Minimum. Dagegen liegen in der Bundesrepublik die südlichen Städte wie München oder Freiburg mit etwas mehr als 30 Gewittertagen schon an der Spitze. Trotzdem gilt es auch hier zu Lande pro Jahr durchschnittlich zehn Tote durch Blitzschlag zu beklagen.

Ein paar nützliche Tipps ...

Fast absolut sicher ist man in Autos, Flugzeugen und Eisenbahnwaggons, die als eine Art Faradayscher Käfig (als geschlossenes Metallgitter) dem Blitz keine Angriffsfläche bieten. Wem ein plötzliches Gewitter aber keine Chance mehr lässt, ins Haus oder Fahrzeug zu flüchten, darf man auf keinen Fall sein Heil unter freistehenden Bäumen – auch nicht unter Buchen - oder auf Geländeerhebungen suchen. Denn solch exponierte Punkte sind ideale Ziele für einen Einschlag. Breitbeiniges Stehen ist ebenfalls gefährlich, denn es kann sich ein tödlicher Strom vom einen Bein zum anderen bilden. Am besten hockt man sich zusammengekauert auf trockenen Boden oder in eine Mulde.

Unterschätzen Sie niemals die Kraft der Natur. Tatsächlich beobachten die Meteorologen eine Zunahme der Gewitter in unseren Regionen, vor allem an der Intensität.

Bildergallerie

Typische Ambosswolke eines Hitzegewitters
Typische Ambosswolke eines Hitzegewitters
Frontgewitter mit Boenwalze Unwettergefahr
Frontgewitter mit Boenwalze Unwettergefahr
Blitzentladung Wolke - Boden
Blitzentladung Wolke - Boden
Blitzeinschlag in 300 m Entfernung
Blitzeinschlag in 300 m Entfernung