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Kategorie: Jugendfeuerwehr
24.06.2011 12:38

Darth Vader in wichtiger Mission

Von:  Sören S
Egelsbach - „Da sind Stahlkappen drin, ihr könnt’s gerne mal testen“, fordert Christopher Kappes die ihn umringenden Drittklässler auf. Inmitten zweier Feuerwehrautos erklärt er ihnen die Details seiner Einsatzuniform – und beherzt treten die Schüler zu. Von Jenny Bieniek

 

„Was fehlt denn jetzt noch, um in ein brennendes Haus zu gehen?“, fragt der 21-jährige Fachmann seine Gäste. „Sauerstoff, damit man atmen kann“, sind sich die dicht neben ihm stehenden Jungen sicher. Die Mädchen halten sich dagegen im Hintergrund. „Stimmt, nur haben wir nicht nur Sauerstoff, sondern Atemluft in den Flaschen, das ist ein bisschen was anderes“, erklärt Kappes. Zu Demonstrationszwecken legt er das Atemschutzgerät an und erklärt mit gedämpfter Stimme, dass die Luft darin für eine knappe halbe Stunde reiche. „Das hört sich an wie Darth Vader aus Star Wars“, kichern die Jungs.

Die Brandschutzerziehungstage der Egelsbacher Feuerwehr finden an der Wilhelm-Leuschner-Schule bereits zum fünften Mal statt. „Zielgruppe sind die dritten Klassen. Die Kinder lernen etwas übers Brennen und Löschen im Allgemeinen, aber auch das richtige Verhalten im Brandfall“, erklärt Christian Klöppel (28), der hauptberuflich als Rettungsassistent arbeitet und wie seine Kollegen ehrenamtlich bei der Feuerwehr tätig ist. „Zu Beginn haben wir so was nur in Kindergärten gemacht, in Zusammenarbeit mit Schulleiter Martin Höhn haben wir die Brandschutzerziehungstage dann auch auf die Grundschule erweitert.“ Zwar solle nebenbei das Interesse der Kinder für die Jugendfeuerwehr geweckt werden, in erster Linie gehe es jedoch um Wissensvermittlung und das Kennenlernen der Aufgaben der Feuerwehr.
Experimente zur Veranschaulichung

In der Aula erklärt Kevin Heck unterdessen, wie man einen Notruf richtig absetzt und dass das nicht nur mit einem Telefon möglich ist. Denn den kleinen roten Glaskasten an der Wand – im Fachjargon Druckknopfmelder genannt – haben die meisten zwar schon mal gesehen, aber noch nie benutzt. „Der Alarmknopf ist an eine Brandmeldeanlage gekoppelt, und wenn es irgendwo brennt und der Knopf gedrückt wird, kriegen wir ein Fax, auf dem genau draufsteht, wo wir hin müssen.“ Obendrein sind überall in der Schule Rauchmelder installiert. „Und wenn ihr doch mal mit dem Handy einen Brand melden müsst – welche Telefonnummer wählt ihr da?“, fragt Heck in die Runde. „Die 112“, schallt es ihm entgegen. Anna, Samantha und Vivien wissen nach dem Vortrag sogar, wo man nach dem Wählen der 112 landet: „Nicht bei der Egelsbacher Feuerwehr, sondern in der Leitstelle in Dietzenbach, in einem großen Raum mit vielen Computern.“

In der ehemaligen Schulküche werden kleine Experimente zur Veranschaulichung der Feuerbildung vorgeführt. Brennspiritus wird angezündet, Flammen werden erstickt. Am Ende wissen die Kinder: Feuer braucht brennbaren Stoff, Wärme und Sauerstoff. Fehlt eines davon, erlischt es. „Deshalb löscht die Feuerwehr ja auch mit Wasser, um die Wärme wegzunehmen“, kombiniert ein Drittklässler. „Oder man erstickt die Flammen mit Löschdecken!“

Damit auch der Spaß nicht zu kurz kommt, wurde in der Sporthalle ein Hindernisparcours mit Leitern, Schläuchen, Kästen und Matten aufgebaut, den es – bekleidet mit einer echten Feuerwehruniform – zu bewältigen gilt. Dabei kommen die Neunjährigen Yannick und Till ganz schön ins Schwitzen: „Es ist heiß und unbequem in so einer Uniform, und weil sie so schwer ist, kommt man nur langsam voran.“

Gar nicht so einfach gestaltete sich für die Drittklässler die Herausforderung, den Turnhallen-Parcours in Feuerwehr-Uniform zu bewältigen. Der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Marc Dressendörfer gab Hilfestellung.