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Kategorie: Einsatzabteilung, Jugendfeuerwehr, Presseberichte
13.06.2010 23:37

Doppelter Sturm-Schock

Egelsbach ‐ Das zweite Gewitter binnen zwei Nächten ist zwar weniger blitz- und donnergewaltig über die Bühne gegangen als sein Vorgänger, doch zumindest in Egelsbach hatte es böse Folgen. Von Holger Borchard

Der WM Beach Club neben dem Schwimmbad und das Zeltlager des Kreisjugendfeuerwehrtags an der Marie-Curie-Straße waren am Freitagmorgen verwüstet.

Während die örtlichen Brandschützer mit Unterstützung der Kreis-Feuerwehren sämtliche Aufräum-Hebel in Bewegung setzten und wahrhaftig bis zum Start des Großereignisses am Freitagnachmittag wieder alles hergerichtet hatten, musste der Start des Public Viewings im WM Beach Club abgesagt werden. Je nachdem, wie schnell es Veranstalter Wolfgang Pfister und seiner Crew gelingt, zerstörte Zelte und „abgesoffene“ Leitungen zu ersetzen, werden die Übertragungen eventuell noch am heutigen Samstag, spätestens aber mit dem Deutschland-Spiel am Sonntag beginnen.

Dass 650 Jung-Brandschützer seit gestern Mittag unbeschwert und ganz nach Plan den Kreisjugendfeuerwehrtag genießen, ist einer Nachtschicht mit bis zu 100 Beteiligten zu verdanken. „Als der Sturm kurz nach Mitternacht losging, haben wir schon Böses geahnt und sofort die komplette Einsatzgruppe alarmiert“, schildert Gemeindebrandinspektor Peter Meißner. Will heißen: Wenige Minuten später waren rund 25 bis 30 Feuerwehrleute vor Ort. „Aber zu diesem Zeitpunkt hatte es leider schon weite Teile des Zeltlagers verweht. Uns blieb nur, zu retten, was noch zu retten war“, sagt Meißner. „Parallel haben wir einen Rundruf an alle Feuerwehren im Kreis rausgeschickt, dass sich ihre Zelte gerade auf Nimmerwiedersehen verabschieden. So wurden unsere Jungs im Lauf der Nacht immer wieder von anderen Wehren unterstützt.“

Zirka 70 weitere Helfer waren bis vier Uhr früh neben den Egelsbachern im Einsatz, die niederschmetternde Schadensbilanz freilich drückte zwischenzeitlich die Stimmung. „18 Großzelte waren unbrauchbar, weil ihre Gestänge völlig verbogen sind“, bilanziert Meißner. „Aber wer will schon 650 Kindern sagen: ,Euer Zeltlager fällt leider flach‘? Also glühten die Telefonleitungen so lange, bis wir in Büdingen fündig geworden sind und dann in aller Windeseile von dort die Ersatzzelte abgeholt haben.“

Und was, wenn noch mal  Gewitter droht? „Schlimmstenfalls zieht der ganze Tross in eine leer stehende Lagerhalle um“, so Meißner. „Das hat Bürgermeister Rudi Moritz gestern ganz kurzfristig möglich gemacht.“

Eine Frühschicht mit vielen helfenden Händen, schwerem Gerät und einer gehörigen Portion Einfallsreichtum verlangte der Sturm der Feuerwehr ab, damit der Kreisjugendfeuerwehrtag samt Zeltlager wie geplant über die Bühne gehen kann.

© Strohfeldt