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Kategorie: Einsatzabteilung, Feuerwehrverein, Presseberichte
20.01.2008 15:31

Feuerwehr ist gut gerüstet - Tag der Offenen Tür 2007

Von:  Armin Brandner
Egelsbach. Eine fröhliche Gesellschaft sitzt am Egelsbacher Feuerwehrhaus zusammen und genießt das Miteinander der Familien. Plötzlich dringt dicker Rauch aus den Fenstern des Turmes nebenan, die Alarmsirenen beginnen zu heulen. Die Wehrmänner und -Frauen der Einsatzabteilung lassen Steaks und Bratwürste sowie ihre Familien links liegen und rennen zum Treffpunkt. Der Gemeindebrandinspektor hat bereits den Überblick und gibt entsprechende Anweisungen.

Der Angriffstrupp (AT) rückt, ausgestattet mit schwerem Atemschutzgerät, in den Turm ein und verteilt dort Fluchthauben an die eingeschlossenen Menschen. Nach und nach werden Gerettete aus dem Turm geführt und mit der Drehleiter dann die Eingeschlossenen aus den oberen Stockwerken geborgen. „Ja, so geht es uns sehr oft, nur manchmal liegen wir da noch im Bett“, erläutert Moderator Ulrich Schumann die Feuerwehrübung. Im jährlich wechselnden Turnus legt die Egelsbacher Wehr den Fokus auf das Feiern (Turmfest) oder die Präsentation ihrer Einsatzbereitschaft – so wie jetzt am Sonntag. Höhepunkte des Tages der offenen Tür waren die verschiedenen Vorführungen mit neuem Gerät und echtem Feuer. Mit dem Hilfeleitungslöschfahrzeug besitzt die Egelsbacher Wehr nun wieder ein ideales Einsatzgerät für die Wohnbebauung. Der mitgeführte Löschwassertank fasst 2000 Liter, dieser könnte theoretisch in einer Minute leer gepumpt sein, würde die Pumpenleistung voll ausgenutzt. „Der Löschwassertank ist nur für den ersten schnellen Brandangriff gedacht, dann wird Wasser aus Hydranten oder anderen Quellen nachgeführt“, erläutert Jenö Varga, der die Beschaffung der Feuerwehrgeräte organisiert und mit begleitet hat.

„Ganz besonders stolz sind wir aber auch auf die Seilwinde, die vor allem bei Verkehrsunfällen zum Einsatz kommen wird“, erläutert Varga. Weiterhin ersetzt die Freiwillige Feuerwehr Egelsbach einen betagten Laster durch einen neueren – der kommt von der Wehr in Langen. Später zeigt die Egelsbacher Wehr, wie aus einer alltäglichen Situation eine echte Katastrophe entstehen kann. „Stellen Sie sich vor, Sie kochen gerade etwas auf ihrem Herd und das Telefon klingelt – eine alte Freundin ist dran“, schildert Schumann den Beginn des Dramas. Das Fett im Topf beginnt zu brennen, der Brandgeruch erreicht die telefonierende Hausfrau. „Jetzt passiert in den meisten Fällen genau das, was nicht passieren darf“, weist der Moderator auf die falsche Reaktion hin.

Mit einem großen Schuss Wasser will die Hausfrau das brennende Fett löschen. „Explosionsartig wird so aus einem Liter Wasser bis zu 7000 Liter extrem heißer Dampf“, erklärt der Fachmann. Um das zu zeigen, kippt Ulrich Schumann einen Liter Wasser in den Topf mit dem bereits brennenden Fett – eine heiße Feuersbrunst schießt in den Egelsbacher Himmel. „Wenn das in einem Raum, in Ihrer Küche passiert – mehr brauche ich dazu nicht zu sagen“, meint der Feuerwehrmann. Mutige sollten einen Deckel nehmen und den Topf einfach zudecken, weniger Mutige ein feuchtes Tuch und die Flammen damit ersticken.

Quelle: Frankfurter Neue Presse, Ausgabedatum: Dienstag, 08. August 2007