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20.08.2019 04:37

Gemeinsame Pressemitteilung zum Unwetter am 18.08.2019

Von:  Uwe Menzel

- Blockierte Verkehrswege, umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer -

 

Es dauerte nur wenige Minuten und richtete doch verheerende Schäden an: Eine sogenannte Supergewitterzelle mit Fallböen zog laut Deutschem Wetterdienst am Sonntag gegen 18 Uhr eine Schneise der Verwüstung durch Langen und Egelsbach. Zahlreiche Bäume in der Gemarkung hat der starke Sturm entwurzelt, Dächer abgedeckt, Mülltonnen und Altkleidercontainer durch die Straßen geschoben. Mehrere hundert Einsätze und knapp 70 aus Fahrzeugen gerettete Personen zählte allein die Feuerwehr Langen bis zum Montagmorgen für ihre Statistik. Die Bürgermeister der Nachbargemeinden, Frieder Gebhardt (Langen) und Tobias Wilbrand (Egelsbach), dankten den zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften für ihre Leistungen in einer solchen Ausnahmesituation. Diesem Dank angeschlossen hat sich auch Manfred Pusdrowski, KBL-Betriebsleiter und Chef der Stadtwerke.

 
„Die Schäden sind verheerend“, sagt Langens Stadtbrandinspektor Frank Stöcker. Die Feuerwehren arbeiteten die Einsatzstellen nach Priorität ab. Wichtig sei jetzt vor allem, die Verkehrswege freizubekommen. Dutzende Straßen und Zufahrten sind noch immer blockiert, die Ortsausfahrten teilweise unbefahrbar. „Die B 486 zwischen Langen und Dreieich-Offenthal sowie zwischen Langen und Mörfelden bleibt vorerst komplett gesperrt“, berichtet Stöcker. Auch auf der K 168 zwischen Langen und Egelsbach gehe derzeit nichts mehr. „Jeder, der sein Auto momentan stehen lässt, hilft den Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Kommunalen Betrieben, durch die Stadt zu kommen“, appelliert der oberste Brandschützer. Feuerwehr und Polizei verschaffen sich derzeit mittels Drohnen- und Hubschrauberflügen Luftbilder, um das gesamte Ausmaß der Zerstörung einzuschätzen. Sicher ist allerdings: Die Schäden gehen allein für Langen in die Millionenhöhe.

Kurzzeitig fiel im gesamten Versorgungsgebiet der Stadtwerke Langen der Strom aus. Ursache für die Unterbrechung von 17.55 bis 17.57 war ein Schaden an einer Freileitung im vorgelagerten Netz. So sind zum Beispiel an der Stromleitung von Langen nach Dreieichenhain der Energienetze Offenbach GmbH vier Masten umgestürzt. Als Folge davon kam es in Langen zu Kurzschlüssen in den Trafostationen Birkenwäldchen und Uhlandstraße. In diesem Bereich waren die Haushalte für etwa zwei Stunden ohne Strom. Die Wasserzufuhr in den vom Sturm verwüsteten Wohngebieten lief allerdings ohne Hindernisse. Bei der Müllabfuhr ist mit zeitlichen Verzögerungen zu rechnen, die Abfuhrtage bleiben jedoch bestehen. Die öffentlichen Nahverkehrslinien in Langen und Egelsbach verkehren generell, es muss aber auch hier mit Verspätungen und einzelnen Einschränkungen gerechnet werden.

Schulen, Kitas und andere öffentliche Gebäude in Langen und Egelsbach sind mit dem Schrecken davongekommen. Bis auf kleinere Wassereinbrüche und Schäden konnten alle Einrichtungen normal öffnen. Die städtischen Spielplätze wurden aber in Mitleidenschaft gezogen. Eltern und Kinder sind hier gut beraten, auf die Warnschilder und Absperrungen vor Ort zu achten. Schäden gab es auch am Hochhaus an der Dieburger Straße 1. Dort kam erschwerend hinzu, dass die Einsatzkräfte von Schaulustigen und Anwohnern massiv behindert und sogar bedroht wurden.

Schlimm erwischt hat es das Freizeit- und Familienbad an der Langener Teichstraße. Bis voraussichtlich Freitag ist das Gelände geschlossen, weil Bäume umgestürzt, Zäune beschädigt und Becken stark verunreinigt sind. Das Strandbad Langener Waldsee bleibt parallel dazu aus Sicherheitsgründen zu. Die Anfahrtswege durch den Wald sind ein hohes Risiko für Besucher. Das Egelsbacher Freibad hat den Betrieb am Montag erst nachmittags wieder aufgenommen. Die Liegewiese und das Kleinkinderbecken sind wegen der Gefahr herabfallender Äste gesperrt. Auch auf dem Friedhof in Langen steht der Betrieb am Montag still, damit das Gelände abgesichert werden kann. Ab Dienstag dürfen Besucher das Areal an der gleichnamigen Straße wieder betreten. Der Friedhof in Egelsbach ist eingeschränkt zugänglich. Besucher bittet die Gemeinde, den Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof zu nutzen.

Für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben in Langen erstmal die Sportgelände des 1. FC Langen, des Schützenvereins und des Tennisklubs. Die Vereine informieren, sobald hier keine Gefahr mehr droht.

Generell rät die Feuerwehr, den Wald derzeit nicht zu betreten. „Es besteht Lebensgefahr“, warnt Frank Stöcker. Auch unter einzelnen, großen Bäumen sei große Vorsicht angebracht. Innerhalb Langens und Egelsbach kümmern sich die Einsatzkräfte vorrangig um umgefallene oder sturzgefährdete Bäume im öffentlichen Raum. „Schäden auf Privatgelände sind keine Angelegenheit der Feuerwehr, sondern gegebenenfalls ein Fall für die eigene Versicherung“, betont Stöcker. Nur wenn es um große Gefahr für Mensch und Tier geht, schreiten die Floriansjünger in Gärten und Zufahrten zur Tat.

Wer nach dem Sturm plötzlich städtisches Grün von erheblichem Ausmaß im eigenen Garten vorfindet, kann sich bei den Kommunalen Betrieben telefonisch unter 595-468 melden. Für die Ablieferung von pflanzlichen Abfällen aus dem eigenen Garten werden der Wertstoffhof an der Darmstädter Straße in Langen und die Grünschnittannahme an der Heidelberger Straße in Egelsbach in den kommenden Tagen Sonderöffnungen anbieten. Vorrang haben hier zunächst die Kehrmaschinen und Müllfahrzeuge, die Straßen und Wege freiräumen. Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten stehen auf der Webseite www.kbl-langen.de.

Gebhardt, Wilbrand, Pusdrowski sind sich einig, dass die interkommunale Zusammenarbeit im Notfall einwandfrei funktioniert. Vor allem die kurzen Wege zwischen Feuerwehr und Kommunalen Betrieben am Standort Darmstädter Straße sind ein gelungenes Beispiel für vorausschauende und ökonomische Ressourcenplanung in öffentlicher Hand.