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Kategorie: Einsatzabteilung, Presseberichte
02.02.2009 09:19

Raunheim lässt nichts anbrennen

Von:  Armin Brandner
Die Stadt legt innovatives Konzept zur Stärkung der Freiwilligen Feuerwehr vor

Landauf, landab klagen die Freiwilligen Feuerwehren darüber, dass ihnen immer weniger Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. „Diesem bedrohlichen Trend wollen wir in Raunheim entgegen wirken, in dem wir noch mehr Anreize als bisher bieten, sich aktiv in der örtlichen Feuerwehr zu beteiligen“, sagt Bürgermeister Thomas Jühe. Der Magistrat schlägt ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor, über das die Stadtverordneten in ihrer Januar-Sitzung entscheiden.

Rente für Brandschützer
Aktive Feuerwehrleute sollen demnach eine von der Stadt finanzierte ergänzende Altersvorsorge erhalten. „Nach 25 Jahren Dienstjahren würde ein Feuerwehrmann oder auch eine Feuerwehrfrau neben ihren Rentenbezügen zusätzlich 120 Euro monatlich erhalten“, erklärt Jühe. Wer vor Erreichen des Rentenalters aus gesundheitlichen Gründen aus dem Feuerwehrdienst ausscheidet, erhält die anteilige Rentenanwartschaft.

Zuschuss zum Kindergarten
Feuerwehrleute sollen zudem einen Zuschuss für die Mitgliedschaft in einem Fitness-Studio bekommen. „Wir wollen damit auch die Fitness und Gesundheit der Feuerwehrleute fördern“, erläutert der Bürgermeister. Auch an die Familien wird gedacht: Alle Mitglieder der Einsatzabteilung, die kleine Kinder haben, werden nach dem Willen des Magistrats einen Zuschuss zu den Kindergartengebühren erhalten. Wer sich als städtischer Bediensteter bereit erklärt, auch für den Brandschutz aktiv zu sein, wird zwei Tage Sonderurlaub im Jahr erhalten.

Zinsgünstige Darlehen
Alle diese Förderungen gibt es zusätzlich zu dem, was wir bisher schon anbieten“, sagt Thomas Jühe. Die Stadt Raunheim gewährt Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr bereits freien Eintritt ins Hallenbad und in den Waldsee, übernimmt die Kosten für den Erwerb des LKW-Führerscheins und ermöglicht zinsvergünstigte Darlehen bei der Bildung von Wohneigentum.

Hinweis in den Anzeigen
Seit Ende 2007 erfolgen die Stellenausschreibungen der Stadt Raunheim in der Mehrzahl mit dem Zusatz, dass Bewerbungen von Feuerwehrleuten mit der Qualifikation „Atemschutzgeräteträger“ besonders erwünscht sind. „Dies trug bereits dazu bei, dass wir drei neue Mitarbeiter einstellen konnten, die zugleich unsere Feuerwehr verstärken“, freut sich Jühe. Einem Mitglied der Jugendfeuerwehr konnte ein Ausbildungsplatz geboten werden – „der junge Mann wird noch in diesem Jahr der Einsatzabteilung der Feuerwehr zugerechnet werden können“.

Gutachten mit Kelsterbach
Um alle Möglichkeiten zur Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes auch in der Zukunft prüfen und aktivieren zu können, möchte Raunheim zusammen mit Kelsterbach ein Gutachten beauftragen. „Wir müssen heute die Weichen stellen, um den Brandschutz auch morgen noch organisatorisch sicherstellen zu können“, erklärt Jühe den maßgeblichen Grund für die Erstellung eines Gutachtens.

Appell an Arbeitgeber
Derzeit verfügt die Freiwillige Feuerwehr über 56 Aktive. Damit erfüllt die sechstgrößte Stadt im Kreis Groß-Gerau exakt die gesetzlichen Vorgaben. „Wichtig ist jedoch auch, dass die Arbeitgeber, bei denen die freiwilligen Feuerwehrleute ihr Geld verdienen, diese im Ernstfall von der Arbeit frei stellen“, sagt Jühe. „Das ist leider nicht immer gegeben.“ Daher nutzt er seine Besuche bei sich neu in Raunheim ansiedelnden Unternehmen auch, um für die Freistellung der Mitarbeiter zu werben. „Brände zu löschen und Menschenleben zu retten, ist im Ernstfall immer wichtiger als betriebliche Belange – schließlich kann es jederzeit auch den eigenen Betrieb treffen."